"Anything is possible", "Nichts ist unmöglich" oder "Impossible is nothing"
Drei unterschiedliche Slogans, die von drei unterschiedlichen Unternehmen verwendet werden oder wurden. Trotzdem sind gewisse Ähnlichkeiten vorhanden und deshalb ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, neue Slogans vor der Nutzung zu prüfen,
- um nicht negativ aufzufallen,
- um sich nicht der Lächerlichkeit Preis zu geben oder
- um nicht als Plagiateur zu gelten.
Sicherlich hat ADIDAS vor der Verwendung des Slogans "Nothing is impossible" (Start 2007) gewußt, dass TOYOTA bereits seit Jahren erfolgreich den deutschen Slogan "Nichts ist unmöglich" nutzt.
Ob die Übersetzung in´s Englische nun "Nothing is impossible" oder "Impossible is nothing" lautet, wird in vielen Foren diskutiert. Aber egal welcher Slogan richtig oder falsch ist oder ob es sich um Werbekreativität ("Das König der Biere") oder Lübke-Englisch ("One should it not for possible hold") handelt - Fakt ist, TOYOTA hat den Spruch als Erster eingesetzt und ADIDAS einen Claim mit gleicher Bedeutung in englischer Sprache nachgeschoben ...
Wo kein Kläger, da kein Richter.
Die Juristen und Marketingfachleute beider Unternehmen stören oder störten sich nicht daran. Zu erkennen ist dies auch an der Tatsache, dass ADIDAS den Claim als Wortmarke angemeldet hat, obwohl TOYOTA Deutschland die Wortmarke "Nichts ist unmöglich." besitzt. Von einer rechtlichen Auseinandersetzung ist jedenfalls nichts bekannt, wohl auch, weil Toyota die Wortmarke für die Klasse 12 (Fahrzeuge) und ADIDAS den Slogan für Bekleidung, Schuhe, Sportartikel schützen ließ.
Anders sieht es möglicherweise im Fall von "Anything is possible.", dem Slogan des chinesischen Sportartikelherstellers LI NING Company Limited aus. Hier wird wohl bewusst die Nähe zu dem ADIDAS-Spruch gesucht, um von dessen Bekanntheit zu profitieren. Noch klarer wird der Fall, wenn man sich das Logo von LI NING ansieht - es hat zwar keine drei Streifen, dafür sieht es aber dem NIKE-Swoosh verblüffend ähnlich. Die Ambitionen von LI NING werden deutlich - das Unternehmen will in Asien und Europa so schnell wie möglich Marktanteile gewinnen und nimmt Anleihen bei den Großen der Branche. Da ist es LI NING wahrscheinlich auch egal, wenn es als Plagiator angesehen wird - wahrscheinlich aber nicht den Juristen von ADIDAS und NIKE, die sich schon des öfteren "duelliert" haben. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Interessant in dem Zusammenhang: Namensgeber und Gründer der LI NING Company Limited ist der ehemalige chinesische Weltklasseturner und Olympiasieger Li Ning, der Recht und Management in Peking studierte. Da könnte sich was anbahnen.
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